Navigationsweiche Anfang

Navigationsweiche Ende

Aktuelles

  • Termine
    Hier finden Sie die Termine des Graduiertenkollegs im ics-Format. Hinweis: Damit der Kalender sich... [mehr]
zum Archiv ->

Dirk Schäfer

 

Raum: L.11.10

Telefon: 0202 - 439 5207
E-Mail: dschaefer{at}uni-wuppertal.de
Anschrift:
Bergische Universität Wuppertal
Gaußstr. 20
42119 Wuppertal

Forschungsprojekt


 

Genetische Untersuchungen an einer Handschrift Immanuel Kants

Bei der Betrachtung des handschriftlichen Nachlasses Immanuel Kants zeigt sich, dass der Autor auch bis kurz vor dem Druckprozess noch Änderungen an seinen Texten vornimmt: Kant ändert nicht nur in den eigenhändig angefertigten sogenannten Reinschriften, sondern noch in den Abschriften, die als Druckvorlagen dienen, einzelne Worte, streicht mehrzeilige Passagen, schreibt sie neu, lässt sie ersatzlos weg, ergänzt Fußnoten oder Anmerkungen.

Eine umfassende textgenetische Untersuchung der Reinschriften und Druckvorlagen, die sich auch Fragen nach intertextuellen Bezügen sowie dem Denk- und Schreibprozess Kants widmet, fehlt bisher. Sie kann erst auf der Grundlage einer Edition dieser Handschriften geschehen, die bisher nicht vorliegt. Daher besteht das vorliegende Projekt aus zwei Teilen.

In einem ersten Teil wird die Druckvorlage zum Aufsatz „Über das radikale Böse in der menschlichen Natur“ – dem späteren ersten „Stück“ der Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft – erstmals in einer eigenen Edition präsentiert. Hierzu sind zunächst die Editionsform zu bestimmen und methodische Fragen zu klären, da ich mich noch am Anfang des Arbeitsprozesses befinde. Klare Vorgaben oder gar allgemein anerkannte Theorien auf diesem Gebiet liegen in der Philosophie nicht vor. Daher sollen sich theoretische Erwägungen und Reflexionen, gestützt durch Arbeiten aus beispielsweise Neugermanistik, Editionswissenschaft und Philosophie, und die Arbeit am Dokument gegenseitig ergänzen.

Im zweiten Projektteil soll die Textgenese, die an der Druckvorlage sichtbar wird, auch systematisch-philosophisch nutzbar gemacht werden. Dazu werde ich zunächst mögliche Zwecke bzw. Ziele (‚Funktionen‘) textgenetischer Untersuchungen konkretisieren. Anschließend sind angemessene Untersuchungsmethoden zum Erreichen dieser Ziele zu bestimmen und auf das Dokument anzuwenden. Dabei werden u.a. Vergleiche zwischen der Handschrift und den zugehörigen Drucken durchgeführt, die es erlauben, ‚verworfene‘ Passagen zu identifizieren und auf semantische Differenzen sowie deren Bedeutung für die philosophische Interpretation zu untersuchen. Damit soll der zweite Projektteil auch exemplarisch aufzeigen, dass und inwiefern textgenetische Überlegungen den fachlichen Diskurs bereichern können.

Biographie


 

  • 2009–2014: Studium der Philosophie (B.A.) und Arabistik an der Philipps-Universität Marburg
  • 2013–2015: Lehramtsstudium der Philosophie und Physik an der Philipps-Universität Marburg
  • 2015–2019: Lehramtsstudium der Philosophie und Physik an der Friedrich-Schiller-Universität Jena
  • 2016–2017: Studentische Hilfskraft am Arbeitsbereich Philosophie mit Schwerpunkt Praktische Philosophie der Friedrich-Schiller-Universität Jena (Prof. Dr. Andrea M. Esser)
  • 2018: Korrektorat an der Neuedition der Critik der Urtheilskraft (Hrsg. Prof. Dr. Andrea M. Esser) im Rahmen der Neuedition der drei Kritiken für die Gesamtausgabe „Kant’s gesammelte Schriften“ der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften
  • 2018–2019: Lektorat des Sammelbandes Der Begriff des Flüchtlings. Rechtliche, moralische und politische Kontroversen (Hrsg. Dr. Daniel Kersting, Marcus Leuoth), im Erscheinen bei Metzler
  • Seit September 2019: Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Graduiertenkolleg 2196 „Dokument – Text – Edition“ an der Bergischen Universität Wuppertal
zuletzt bearbeitet am: 17.12.2019