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Mira Berghöfer, geb. Weidhaas

 

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GRK 2196 / Sekretariat Mittelalterliche Geschichte
Bergische Universität Wuppertal
Gaußstr. 20
42119 Wuppertal

Forschungsprojekt


 

Der Urtext der Homerischen Odyssee im Spätwerk Wilhelm Dörpfelds 

Dokumente, deren Inhalte sich auf den persönlichen Lebensbereich eines Autors beziehen, wie z.B. Tagebücher, Notizbücher, Familiendokumente oder private Arbeitsdokumente, gelten in der editionswissenschaftlichen Forschung mittlerweile nicht länger als Nebenprodukte von Autorenhinterlassenschaften. Sie werden vielmehr als wertvolle Quellen zu Leben und Werk in Biographien und Kommentaren verstanden, finden aber auch als Grundlage für textgenetische Untersuchungen Bedeutung. Die Edition derartiger Textzeugnisse, die häufig in sich unabgeschlossenen und durch einen stark prozessualen Charakter gekennzeichnet sind, stellt eine Herausforderung dar und verlangt spezielle Methoden der Textkritik und Kommentierung. Diese sollen im Rahmen der geplanten Dissertation anhand projektspezifisch gestalteter Ansätze untersucht und auf theoretischer Ebene zusammengeführt werden.

Die theoretisch gewonnenen Erkenntnisse werden im Zuge der Konzeption und Erstellung einer Edition von Arbeitsdokumenten mit prozessualem Charakter angewendet. Thematisch widmet sich diese Edition dem Spätwerk des Barmer Archäologen Wilhelm Dörpfeld (1853–1940). Im Zentrum der Betrachtungen stehen dessen heute weniger bekannten und beachteten Forschungen zur Edition eines Urtexts der homerischen Odyssee. Inhaltlich sind die zu edierenden Arbeitsdokumente dahingehend interessant, dass der renommierte Bauforscher und Archäologe Dörpfeld mit seinen Arbeiten zu Homer einen Sonderweg beschritt, der ihm viel Kritik und irritierte Reaktionen bis hin zu öffentlichen Kränkungen durch Vertreter der etablierten Universitätswissenschaften eintrug. Seine persönlichen Überlegungen und Reaktionen auf die fachwissenschaftlichen Kritiken pflegte der Archäologe stets durch Notizen unterschiedlichster Ausgestaltungen (Notizbücher, Anmerkungen an Briefen, Überarbeitungen von Manuskripten, Notizzettel) zu dokumentieren. Eine Edition dieser Dokumente ermöglicht die Untersuchung des Arbeitsprozesses Dörpfelds und gewährt einen tieferen Einblick in die Entwicklung der Kontroverse um die Edition der Urfassung der Odyssee.

Als Ergebnis der Dissertation wird zum einen ein editionstheoretischer Erkenntnisgewinn im Bezug auf den Umgang mit prozessualen Phänomenen in unterschiedlichen Dokumenttypen angestrebt. Zum anderen soll aus historischer Perspektive die Dokumentation und Untersuchung einer in Vergessenheit geratenen Kontroverse um eine vom Kanon abweichende Homer–Edition erreicht werden.

Biographie


 

  • 1989 geboren in Wuppertal
  • 2008 Abitur am Erzbischöflichen St. Anna Gymnasium Wuppertal
  • 2008 – 2012 Kombinatorischer Bachlor of Arts: Geschichte und Politikwissenschaft an der Bergischen Universität Wupperal
  • 2011 – 2015 Hilfskraft am Lehrstuhl für Alte Geschichte an der Bergischen Universität Wuppertal
  • 2012 – 2015 Master of Arts Geschichte, Master of Arts Editions-und Dokumentwissenschaften an der Bergischen Universität Wuppertal
  • 2016 – 2019 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im Graduiertenkolleg „Dokument – Text – Edition“ an der Bergischen Universität Wuppertal
  • Seit 2019 Redakteurin beim Verlag Müller und Busmann GmbH & Co KG

Publikationen


 

Mit Mira Berghöfer, Anne-Elisabeth Beron, Fabian Etling, Gianna Hedderich und Anne Wilken: Tagungsband (un)documented – Was bleibt vom Dokument in der Edition? (in Vorbereitung, erscheint 2020)

Mit Prof. Dr. Armin Eich „Wilhelm Dörpfeld“ (in Vorbereitung, erscheint 2020)

Vorträge


 

28.09.2018:  „Wenn eine Edition vom Kanon abweicht. Zum Umgang mit Wilhelm Dörpfelds Urodyssee zu Beginn des 20. Jahrhunderts“ am 52. Deutschen Historikertag „Gespaltene Gesellschaften“ in Münster. 

28.03.2018:  „Die Homerische Urodyssee im Spätwerk Wilhelm Dörpfelds“, im Kolloquium des Deutschen Archäologischen Instituts Athen. 

17.11.2017:  „Wilhelm Döpfelds Urodyssee. Ein Werkstattbericht. Textkonstitution der Urodyssee“ zum Treffen der Althistorischen Arbeitsgemeinschaft NRW an der Bergischen Universität Wuppertal.

05.10.2017:  Wilhelm Dörpfeld (1853 – 1940): Umstrittener Homerforscher und bedeutender Archäologe im Bergischen Geschichtsverein Wuppertal.

04.06.2016:  Das Notizbuch „Homer II“, im Rahmen des Großen    Althistorikertreffens NRW an der Bergischen Universität Wuppertal.

zuletzt bearbeitet am: 18.12.2019