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Fabian Etling

E-Mail: etling{at}uni-wuppertal.de
Anschrift:
Bergische Universität Wuppertal
Fakultät für Geistes- und Kulturwissenschaften
Gaußstr. 20
42119 Wuppertal

Forschungsprojekt


 

Modellierung und Publikation digitaler Editionen von Dokumenten unterschiedlichen Medientyps

Durch den Medienwandel vollzieht sich in der Editionswissenschaft derzeit ein Paradigmenwechsel: Die traditionelle Editionsform der Print-Publikation wird zunehmend durch „digitale Editionen“ ergänzt oder substituiert, welche aufgrund ihres erweiterten Möglichkeitsraums bzgl. Erschließung und Präsentation ein erhebliches Potenzial aufweisen. Während digitale Editionen bisher vornehmlich in textwissenschaftlichen Projekten Anwendung finden, wird die Ausschöpfung dieses Potenzials für die Edition von Dokumenten anderer Medientypen zwar explizit als Desiderat formuliert, jedoch aktuell noch nicht konsequent umgesetzt.

Vor diesem Hintergrund wird speziell für die kritische Filmedition untersucht, wie die Herstellung von Editionsprodukten, die den hohen Ansprüchen an historisch-kritische Ausgaben genügen, aus medientechnologischer Perspektive unterstützt werden kann. Schwerpunkte sind dabei die Entwicklung eines Beschreibungsmodells von Gegenstand und Phänomenen der editorischen Filmwissenschaft und ihrer Bezüge untereinander sowie Überlegungen zur Aufbereitung der Daten für spezifische Publikationskanäle. Neben theoretischen Betrachtungen wird die Implementierung an einem exemplarischen Editionsprojekt erprobt, welches sowohl Dokumente vom Medientyp „Bewegtbild“ als auch „Text“ zum Gegenstand hat und damit den Blick für einen mediengenerischen Ansatz weitet.

Die kritische Filmedition orientiert sich in der Entwicklung ihrer Terminologie und Methoden an den etablierten Editionswissenschaften. Dies legt eine medienneutrale Beschreibung gemeinsamer Konzepte für als editionswissenschaftlich relevant erkannte Phänomene nahe. Dabei werden bestehende Beschreibungsmodelle wie bspw. FRBR und CIDOC CRM auf ihre Eignung überprüft und für spezielle Anforderungen (film-)kritischer Editionsvorhaben erweitert.

Aufgrund der Diversität möglicher Ausgabemedien und -geräte werden Datenbestand und Aufbereitung der Daten für verschiedene Darstellungen entkoppelt. Der ausgabeneutrale Datenbestand beinhaltet Editionsgegenstand und die Gesamtheit der über diesen gewonnenen Erkenntnisse, die in bestimmten Relationen zueinander stehen. Die Zuordnung von Daten und Relationen zu theoretischen Konzepte muss hierbei expliziert werden. Für die elementaren Bestandteile kritischer Filmeditionen wird daher ein abstraktes Beschreibungsmodell entworfen und in Form einer sog. „Ontologie“ formalisiert. Dies bildet das Grundgerüst für eine semantisch angereicherte inhaltliche Basis, auf welchem in einem nächsten Schritt Publikationsprozesse aufgesetzt werden können.

Die ausgabeunabhängige Modellierung des Datenbestandes erfordert eine Aufbereitung der Daten für die Darstellung in einem konkreten Publikationsszenario. Dies muss unter Berücksichtigung der Randbedingungen geschehen, die einerseits durch Ausgabemedium bzw. -gerät, andererseits durch Ausgabemodus – hier der Anforderungen eines bestimmten Editionsprodukts – vorgegeben sind. Die technische Umsetzung der Publikationsmechanismen hat die Selektion und Aufbereitung der Daten anhand dieser Parameter zu steuern.

Als Beispielszenario für eine prototypische Realisierung dient der Stummfilm The Girl and Her Trust (USA 1912, R.: D. W. Griffith) und die Nacherzählung des Films in Form einer zeitgenössischen Motion Picture Story. Überlieferte Fassungen des Films variieren in Länge, Einstellungsfolgen sowie Positionierung und Inhalt der Zwischentitel. Die Nacherzählung stellt eine zusätzliche „erzählerische und mediale Variante“ dar. Neben der Frage nach dem Aufbau der historischen Vorführfassung bietet sich das Material für experimentelle Analysen filmwissenschaftlicher und erzähltheoretischer Aspekte an. Ziel des Prototypen ist in erster Linie ein proof of concept hinsichtlich der technischen Infrastruktur. Desweiteren soll das Potenzial des mediengenerischen Ansatzes für die „multimediale digitale Editionen“ i. Allg. aufgezeigt werden.

Biographie


 

  • August 2005 – Januar 2008 Berufsausbildung zum Mediengestalter für Digital- und Printmedien (Fachrichtung Operating), STI Lauterbach Verpackung GmbH, Lauterbach
  • Februar 2008 – Juli 2008 Mediengestalter für Digital- und Printmedien, STI Lauterbach Verpackung GmbH, Lauterbach
  • Oktober 2008 – August 2014 Studium der Druck- und Medientechnologie an der Bergischen Universität Wuppertal
  • Juli 2013 – März 2016 Wissenschaftliche Hilfskraft an der Bergischen Universität Wuppertal am Lehrstuhl für Neuere deutsche Literaturgeschichte bei Prof. Dr. Wolfgang Lukas
  • Seit SoSe 2015 Lehrbeauftragter der Bergischen Universität Wuppertal im Masterstudiengang Editions- und Dokumentwissenschaft für das Hauptseminar "Einführung in die philologische Textauszeichnung mit TEI
  • Von April 2016 bis März 2019 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Graduiertenkolleg „Dokument – Text – Edition“ an der Bergischen Universität Wuppertal
  • Seit August 2019 Wissenschaftlicher Mitarbeiter im Projekt „Industriegeschichte privat – Online Edition privater und geschäftlicher Korrespondenz der Familie Engels“
zuletzt bearbeitet am: 17.12.2019