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Fabian Etling

 

Modellierung und Publikation digitaler Editionen von Dokumenten unterschiedlichen Medientyps unter besonderer Berücksichtigung diskursiver Bestandteile

 

Durch den Medienwandel vollzieht sich in der Editionswissenschaft derzeit ein Paradigmenwechsel: Die traditionelle Editionsform der Print-Publikation wird zunehmend durch „digitale Editionen“ substituiert, welche aufgrund ihres erweiterten Möglichkeitsraums erheblich mehr Potenzial bzgl. der Erschließung und der Präsentation des zu edierenden Gegenstands aufweisen. Während digitale Editionen bisher vornehmlich in textwissenschaftlichen Projekten Anwendung finden, wird die Ausschöpfung dieses Potenzials auch für die Edition von Dokumenten anderer Medientypen, z.B. der Filmedition, explizit als Desiderat formuliert.

Die Arbeit beschäftigt sich vor diesem Hintergrund mit der Modellierung und Publikation digitaler Editionen, die Dokumente verschiedener Medientypen zum Gegenstand haben. Es werden sowohl die theoretischen als auch die praktischen Aspekte der Integration multimedialer Inhalte in medienübergreifenden Editionsprojekten einbezogen, wobei Schwerpunkte auf der Betrachtung diskursiver Bestandteile und der Publikationsmöglichkeiten für multimediale Ausgabeprodukte liegen.

Ausgehend von einem Überblick über den Status Quo in den medienspezifischen Disziplinen der Editionswissenschaft, wobei dem Themenkomplex „digitale Edition“ besondere Aufmerksamkeit zukommt, wird darauf aufbauend der Umgang mit diskursiven Elementen untersucht – ein editionswissenschaftliches Kernthema, welches sich im digitalen Kontext mit völlig neuen Optionen konfrontiert sieht. Die Frage, wie diskursive Bestandteile in multimediale Editionen eingebracht werden können und zu behandeln sind, mündet in der Entwicklung einer medienübergreifenden Theorie des Kommentars und der Erläuterung.

Als Grundlage für die Konzeption der digitalen Edition als integrierter Arbeits- und Publikationsumgebung für Dokumente unterschiedlichen Medientyps, werden grundlegende Begrifflichkeiten wie „Dokument“ und „Inhalt“ einer theoretischen und interdisziplinären Betrachtung unterzogen, mit dem Ziel der transmedialen Beschreibung von Inhaltsstrukturen. Anschließend können, den Arbeits- und Produktionsprozessen folgend, medientechnologische Mittel zur Realisierung digitaler Editionsprojekte beleuchtet und eine technische Infrastruktur modelliert werden. Die Aufgabe des Publishingworkflows als abschließendem Modul dieser Infrastruktur ist es, in Abhängigkeit von intendierten Ausgabemodi und -medien qualitativ hochwertige Publikationsprodukte zu erzeugen. Unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Randbedingungen von Ausgabemedien bzw. -geräten wird ein variabler Publikationsmechanismus entworfen und geprüft, wie sich die selektive Aufbereitung der multimedialen Inhalte steuern und eine technisch und inhaltlich korrekte Ausgabe sicherstellen lassen.

Die Entwicklung einer digitalen Edition als Arbeitsplattform, die transmediale Integration diskursiver Elemente und die Publikation multimedialer Inhalte werden als „proof of concept“ anhand der prototypischen Realisierung eines exemplarischen Editionsprojekts erprobt, welches sich mit Dokumenten vom Medientyp „Text“ und „Bewegtbild“ befasst, und unter Bezugnahme auf die gewonnenen theoretischen Erkenntnisse diskutiert.

zuletzt bearbeitet am: 25.09.2017