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Melanie Stralla

 

Mirèio, Mireille, Mireia? Deutsche Übersetzungen aus dem Provenzalischen und ihre Editionsbedingungen um die Jahrhundertwende


Das Dissertationsprojekt untersucht die Bedingungen, unter denen die bekanntesten Übersetzungen des Epos Mirèio von Frédéric Mistral in Deutschland entstanden sind, und welche Faktoren zu ihrem Erfolg beigetragen haben. Aufgrund der engen Einbindung Mistrals in den Entstehungsprozess der Editionen von Betty Dorieux-Brotbeck (1880, 1884) und August Bertuch (sechs Ausgaben im Zeitraum von 1893 bis 1914) sind insbesondere die Rolle des Autors sowie seine Einflussnahme auf die Ausgaben zu betrachten, wobei der Grad der Autorisation definiert werden muss. Die von Franziska Steinitz angefertigte Mirèio-Übersetzung (um 1900) erschien zeitgleich mit den Ausgaben Bertuchs, was zu einer unmittelbaren Konkurrenzsituation der Übersetzer führte. Erfolg und Misserfolg der Editionen standen dabei in engem Zusammenhang mit der Zugehörigkeit zum Netzwerk der deutschen Provenzalisten, welches sich dafür einsetzte, Mistral und seinen Dichterzirkel Félibrige in Deutschland bekannt zu machen. Der in Deutschland stark universitär geprägte Mistral-Diskurs des 19. Jahrhunderts öffnete sich mit dem Erscheinen der deutschen Übersetzungen einem breiten Publikum.

Auf der Textebene steht die Beschreibung der Transformationsprozesse, die sich beim Übersetzen des Textes von der Ausgangs- in die Zielsprache sowie beim Überführen des Textes in eine Edition vollziehen, im Vordergrund; die Ergebnisse werden im Hinblick auf das Spannungsfeld von Edition und Übersetzung systematisiert. Das Dissertationsprojekt nähert sich den Mirèio-Editionen aus den Perspektiven verschiedener Fachdisziplinen. Zwar beschreibt es einen Themenkomplex, der der Wissenschaftsgeschichte der Romanischen Philologie zuzuordnen ist, jedoch sollen Methoden der Editions-, der Übersetzungs- und der Kulturwissenschaften (insbesondere der Netzwerkforschung) angelegt werden, um ein umfassendes Bild der Editionen in ihrer Entstehungsgeschichte und Wirkungsweise zu zeichnen.

zuletzt bearbeitet am: 25.09.2017