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Annkathrin Sonder

Raum: L 11.10
Telefon: 0202 - 439 5207
E-Mail: asonder[at]uni-wuppertal.de
Anschrift:
Bergische Universität Wuppertal
Gaußstr. 20
42119 Wuppertal

Forschungsprojekt

Rose Ausländers unveröffentlichte Nachlassgedichte: Kritische Edition und Interpretation (Arbeitstitel), Promotionsbetreuerin ist Prof. Dr. Ursula Kocher (eingereicht 05/2023)

Als Rose Ausländer (1901–1988) am 3. Januar 1988 im Düsseldorfer Nelly-Sachs-Haus verstarb, hinterließ sie einen etwa 20.000 Blatt umfassenden Nachlass, der einige bis heute unveröffentlichte Konvolute enthält. Exil und häufige Ortswechsel führten dazu, dass die Dichterin zu ihren Lebzeiten lediglich eine geringe Anzahl ihrer Texte in deutschsprachigen Zeitungen und Feuilletons publizieren konnte, so dass die Herausgabe ihres Werks erst ab 1976, als sie bereits 75 Jahre alt war, begann. Aufgrund von Rose Ausländers Arbeitsweise, auch bereits erschienene Gedichte in größeren Zeitabständen weiter zu bearbeiten, entstanden gegenüber den ersten Entwürfen teilweise stark geänderte und stilistisch modifizierte Fassungen, deren letztgültige sie schließlich zum Druck freigab.

Mein Forschungsvorhaben befasst sich mit der kritischen Edition und Interpretation von 64 bislang unveröffentlichten Gedichten aus dem Nachlass. Diese bilden ein forschungsrelevantes Korpus und einen für das Gesamtwerk repräsentativen Untersuchungsgegenstand, weil sie Einblicke in Rose Ausländers poetologische Entwicklung geben.

Ziel ist es daher, die ausgewählten 64 Gedichte auf Grundlage des vollständigen überlieferten Textbestandes – 482 Textträgern – zu edieren, wobei die genetischen Zusammenhänge der überlieferten Fassungen erschlossen und die Entstehung eines Gedichtes somit transparent gemacht werden soll.

Die Grenzen der editorischen Vermittlung unterschiedlicher Textdynamiken auf der Makro- wie Mikroebene des überlieferten Materials sollen in einem editionstheoretischen Teil der Arbeit beleuchtet und methodisch reflektiert werden. Mit Blick auf die Editorik als Grundlagenwissenschaft wird außerdem anhand einer beispielhaften Analyse aufgezeigt, welche neuen interpretatorischen Möglichkeiten eine kritische Lyrikedition eröffnet. Denn erst, wenn sämtliche Textzeugen berücksichtigt und einzelne Fassungen eines Gedichtes rekonstruiert werden, können Rückschlüsse auf poetische Prinzipien, Schreibphasen und Entwicklungslinien in der Lyrik Rose Ausländers erfolgen, die bisher noch nicht erkennbare Zusammenhänge aufscheinen lassen und die hochgradige Dynamik ihrer Texte transportieren.

Biographie

Publikationen

Herausgeberschaften

  • Mit Niklas Fröhlich, Bastian Politycki und Dirk Schäfer (Hgg.): Der Text und seine (Re)Produktion. Berlin/Boston: De Gruyter (= Beihefte zu editio 55) [im Erscheinen].
  • Jules Verne: Fünf Wochen im Ballon. Kommentierte Leseausgabe. Hg. von Christian Sonder, Annkathrin Sonder und Antje Wulff. Wuppertal: Trilog-Verlag 2022 (= Jules Verne. Gesammelte Werke. Bd. 1).

Mitarbeit an Editionen

  • Kurt Schwitters: Die Reihe Merz 1923–1932. Hgg. von Ursula Kocher und Isabel Schulz, bearbeitet von Annkathrin Sonder und Antje Wulff unter Mitarbeit von Carmen Prüfer. Berlin/Boston 2019 (= Kurt Schwitters. Alle Texte 4). Open Access: https://www.degruyter.com/viewbooktoc/product/510528

Aufsätze

  • Mit Antje Wulff: "I can only once in a life do a Lautsonate". Kurt Schwitters’ Ursonate in einer multimedialen Hybridedition, in: Kritische Audio-Edition. Interdisziplinäre Fachtagung an der Bergischen Universität Wuppertal in Kooperation mit dem Musil-Institut/Kärtner Literaturarchiv der Universität Klagenfurt, 12.–14. Juli 2018, hg. v. Anke Bosse, Wolfgang Lukas und Rebecca Unterberger [im Erscheinen].
  • Rose Ausländers unveröffentlichte Gedichte: Herausforderungen und Möglichkeiten einer Lyrik-Edition, in: Jahrbuch für Internationale Germanistik. Wege der Germanistik in transkultureller Perspektive. Akten des XIV. Kongress der Internationalen Vereinigung für Germanistik (IVG), Bd. 8, hg. v. Laura Auteri u. a. Bern 2022, S. 179–201.
  • Kurt Schwitters’ Merz- und Normalbühne zwischen ‚explodierenden Dampfkesseln‘ und funktionaler Gestaltung, in: Isabel Schulz (Hg.): „Schlagkraft der Form“ – Kurt Schwitters: Theater und Typografie. Hannover 2018 (= prinzenstraße. Hannoversche Hefte zur Theatergeschichte 17), S. 103–131.

Rezensionen

  • Rezension zu Diana Blome: Ferdinand Hodler – Was die Blumen sagen. Univ. Diss. Berlin. München 2021, online: portalkunstgeschichte.de, 14.5.2021.
  • Rezension zu Heinz R. Böhme (Hg.): Wir haben uns lange nicht gesehen. Kunst der Verlorenen Generation. Sammlung Böhme. München 2020, online: portalkunstgeschichte.de, 2.10.2020.
  • Rezension zu Peter Bexte: Konjunktion & Krise. Vom ‚Und‘ in Bildern und Texten. Berlin 2019, online: portalkunstgeschichte.de, 3.9.2019.
  • Rezension zu Bernd Ebert/Lisbeth M. Helmus (Hgg.): Utrecht, Caravaggio und Europa. München 2019, online: portalkunstgeschichte.de, 27.5.2019.
  • Rezension zu „Fake: Fälschungen, wie sie im Buche stehen“, Universitätsbibliothek Heidelberg, 25.05.2016–26.02.2017, online: portalkunstgeschichte.de, 30.01.2017.
  • Rezension zu Martina Bauer: Leopold Forstner (1878–1936): Ein Materialkünstler im Umkreis der Wiener Secession. Wien/Köln/Weimar 2016, online: portalkunstgeschichte.de, 14.09.2016.
  • Rezension zu Harry Lehmann: Gehaltsästhetik. Eine Kunstphilosophie. Paderborn 2016, online: portalkunstgeschichte.de, 25.05.2016.

Vorträge

  • 6/2023 (gemeinsam mit Marcus Feldbrügge und Dirk Schäfer): „Digitale Hermeneutik: Drei Perspektiven auf editorische Erschließungsmöglichkeiten von Autor*innennachlässen“ im Rahmen der Tagung „KOOP-LITERA Deutschland 2023. 10. Arbeitstagung der deutschen Literaturarchive und verwandter Institutionen“, 14.–16.6.2023, Bergische Universität Wuppertal / Stadtarchiv Wuppertal.
  • 6/2023: "Creating and transforming poetic attention in Rose Ausländer’s writing process" im Rahmen der Tagung "Poetry. Experience. Attention". The 4th Biannual International network for the study of lyric (INSL) Conference. 6.–8.6.2023, University of Oslo.
  • 4/2023: „‚Landschaft, die mich erfand‘: Czernowitz als locus amoenus und Schreibimpetus in Rose Ausländers Lyrik“ im Rahmen der Tagung „Literaturpolitische Produktion und Rezeption am Beispiel von Czernowitz und der Bukowina“; Sektion: „Metropolen und Kulturräume: Kulturtransfer, Übersetzungen und Kanonbildungen – Das Beispiel Bukowina und Czernowitz“. 19.–21.4.2023, Zentrum für Klassikforschung der Klassik Stiftung Weimar und Johann Gottfried Herder-Forschungsrat, Herzogin Anna Amalia Bibliothek.
  • 7/2021: „Rose Ausländers unveröffentlichte Gedichte: Herausforderungen und Möglichkeiten einer Lyrik-Edition“ im Rahmen des XIV. Kongresses der Internationalen Vereinigung für Germanistik (IVG) „Wege der Germanistik in transkultureller Perspektive“, Sektion „Edition und Interpretation“, 26.07.–02.08.2021, Università degli Studi di Palermo.
  • 7/2019 (gemeinsam mit Antje Wulff): „Die Hybridedition der Reihe Merz 1923–1932: Intermediales Edieren. Fallbeispiele aus der ‚Editionswerkstatt‘“ im Rahmen des Internationalen Symposium 100 Jahre Merz. Kurt Schwitters – Von Hannover in die Welt, 5.–6.7.2019, Sprengel Museum Hannover.
  • 7/2017: (gemeinsam mit Antje Wulff): „Kurt Schwitters’ Reihe Merz (1923–1932)“ Vortrag im Rahmen des Seminars „Buchdruck, Typographie und Materialität des Buches“ (Dr. Thomas Rahn), Bergische Universität Wuppertal.
  • 5/2017 (gemeinsam mit Antje Wulff): „Intermediales Edieren. Phänomene aus der Editionswerkstatt“ im Rahmen des Workshops „Möglichkeiten des intermedialen Edierens. Kurt Schwitters’ Merzhefte im Kontext von Künstlerzeitschriften und Typografie der Avantgarde“, 12.5.2017, Sprengel Museum Hannover.
  • 3/2017 (gemeinsam mit Antje Wulff): „Kurt Schwitters’ intermediale Netzwerke der Avantgarde – Die Reihe Merz (1923–1932) und Merz-Drucksachen“. 1. FuD-Nutzertreffen, 15.–16.3.2017, Universität Trier.

Organisation von Tagungen/Workshops

  • 2021: Mit den Kollegiat*innen des GRK 2196: GRK-Tagung „Der Text und seine (Re)Produktion. Ein interdisziplinärer Dialog über Kulturtechniken in der Editorik“, 29.9.–1.10.2021, Bergische Universität Wuppertal (Programm/weitere Informationen)
  • 2019: Mit Sophia Victoria Krebs und Dirk Fonfara: Workshop „Die Gabelsberger Kurzschrift – autographes Rätsel und editorische Herausforderung. Einführung und Übung am Beispiel der ‚Husserliana‘“, 19.–20.11.2019, Vortragssaal der Bibliothek, Bergische Universität Wuppertal
  • 2018: Mit Antje Wulff: Workshop „Kurt Schwitters’ Ursonate – ein mediales Gesamtkunstwerk“, 25.5.2018, Bergische Universität Wuppertal
  • 2017: Mit Antje Wulff: Workshop „Möglichkeiten des intermedialen Edierens. Kurt Schwitters’ Merzhefte im Kontext von Künstlerzeitschriften und Typografie der Avantgarde“, 12.5.2017, Sprengel Museum Hannover

Lehrveranstaltungen

  • Sommersemester 2023: „Ich schreibe mich weiter“: Leben und Lyrik deutschsprachiger jüdischer Dichterinnen vor und nach dem 2. Weltkrieg (gemeinsam mit Sophia Victoria Krebs), Bergische Universität Wuppertal.

Mitgliedschaften & Gremienarbeit

  • Seit 2023: AG germanistische Edition, Kommissionsmitglied für die Edition von Texten seit dem 18. Jh.
  • Seit 2022: INSL. International network for the study of lyric
  • 20192020: Gewähltes Vorstandsmitglied des GRK 2196 "Dokument - Text - Edition"

Information zur Gabelsberger Kurzschrift

Zum Informationsaustausch (Literatur, Veranstaltungen etc.) unter Forschenden und Interessierten existiert neuerdings eine Mailingliste zur Gabelsberger Kurzschrift, der unter folgendem Link beigetreten werden kann:
lists.uni-wuppertal.de/cgi-bin/mailman/listinfo/gabelsberger_kurzschrift

Weitere Infos über #UniWuppertal: