Fakultät für Geistes- und Kulturwissenschaften

Call for Papers

Der Call for Papers ist am 31. Dezember 2017 abgelaufen. Wir danken Ihnen für die zahlreichen Einreichungen.

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Tontafel, Handschrift, Druck, Typoskript – Eine Vielzahl unterschiedlicher Überlieferungs-träger dient Editionen als Gegenstand und Arbeitsgrundlage. Auch wenn nicht in allen Disziplinen das ,Dokument‘ als Fachterminus in Gebrauch ist, kann dieser Begriff durchaus als Sammelbezeichnung für verschiedenstes zu edierendes Überlieferungsmaterial ver-wendet werden.

Lange Zeit wurden Dokumente jedoch lediglich als reine Textträger wahrgenommen, deren eigenständige Gestalt, Entstehung, Kompilation und Layout über eine meist kurze Beschreibung hinaus wenig Beachtung erfuhr. Beispielsweise besteht ja durchaus die Vorstellung, dass der Vorgang des Edierens aus einer Ablösung der Texte von den Textträgern bestehe und daher mit dem Zurücklassen des Dokuments als solchem im Prozess der Edition verbunden sei. In den letzten Jahren hat sich die Bewertung des Dokuments insbesondere im Zuge der Diskussion um ihre Materialität vornehmlich in der philologischen und kulturwissenschaftlichen Forschung grundlegend geändert. Dadurch wurden neue Perspektiven eröffnet und andere Gegenstände (z.B. Nutzerspuren, Glossen) in den Blick gerückt.

Die zunehmende Herstellung, Bereitstellung und Verarbeitung digitaler Dokumente erweiterte unter anderem die Möglichkeiten der Darstellung und Visualisierung. Denn gerade digitale Editionen präsentieren sich gerne als besonders ,dokumentnah‘. Doch was bedeutet das eigentlich?
Die Tagung „(un)documented – Was bleibt vom Dokument in der Edition?“, die von den Kollegiatinnen und Kollegiaten des DFG-finanzierten Graduiertenkollegs „Dokument – Text – Edition“ veranstaltet wird, möchte sich dieser Frage annehmen und dabei, über die reine Materialitätsdiskussion hinaus, ein möglichst breites Spektrum von Fachdiskursen aufgreifen. Folgende Fragen konkretisieren beispielhaft die Schwerpunktsetzung der Veranstaltung:

  • Welche Bedeutung schreiben die einzelnen Fachdisziplinen einem Dokument/Dokumenten zu?

  • Wie wirkt sich der Dokumentbegriff auf die editorische Praxis aus?

  • Welche Elemente können aus den Konkreta der Überlieferung transportiert werden? Was fällt notwendigerweise, diskreterweise, sinnvollerweise weg?

  • Sollten und können materiale Befunde in die Edition aufgenommen werden?

  • Welche Rolle spielt die Dokumentation in (digitalen) Editionen? Welche Aspekte des Dokuments berücksichtigt sie, welche nicht?

Als Keynote-Speaker konnte Prof. Johnny Kondrup gewonnen werden.

Wir laden Forschende aller Fachrichtungen (v.a. der historisch-philologisch arbeitenden Fächer und Medienwissenschaftler, gerne auch mit interdisziplinärem Zugriff) herzlich ein, sich mit einem etwa 20 bis 30-minütigen Vortrag an diesen Diskussionen zu beteiligen. Die Tagungssprache ist Deutsch (Vorträge sind auch auf Englisch möglich). Wir bitten um Einreichung eines Abstracts im Umfang von maximal 500 Wörtern zusammen mit einem kurzen Lebenslauf und Kontaktdaten (Email, Telefon, Postadresse) bis zum 31. Dezember 2017. Die Veröffentlichung von Beiträgen in einem Tagungsband ist geplant. Reise- und Übernachtungskosten der Referenten werden übernommen.

Kontakt:
Bergische Universität Wuppertal
Graduiertenkolleg 2196
z.Hd. Oliver Humberg
Gaußstr. 20
D-42119 Wuppertal
Telefon +49 202 439 5203
humberg[at]uni-wuppertal.de

Bewerbungsschluss: 31. Dezember 2017


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zuletzt bearbeitet am: 04.01.2021

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