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Andreas Dittrich

 


Raum: L.11.17
Telefon: 0202 - 439 5203
E-Mail: adittrich{at}uni-wuppertal.de
Anschrift:
Bergische Universität Wuppertal
Gaußstr. 20
42119 Wuppertal 

Illustration der Außen- und Innentypographie von Otl Aicher für Ilse Aichinger (hier: Eliza Eliza. Erzählungen, S. Fischer: Frankfurt am Main 1965)
Illustration der Außen- und Innentypographie von Otl Aicher für Ilse Aichinger (hier: Eliza Eliza. Erzählungen, S. Fischer: Frankfurt am Main 1965)

Forschungsprojekt: Poetologisch sensibles Edieren?


 

Von Ilse Aichinger (1921–2016) liegen seit 1. September 1945 664 Texte publiziert vor (vgl. dial.aichingerhaus.at, Stand: November 2019), von denen – großteils bereits zuvor verstreut publiziert – 169 in sechs von Otl Aicher (1922–1991) visuell gestalteten Büchern versammelt wurden (alle im S. Fischer Verlag in Frankfurt am Main). Die 1991 von Richard Reichensperger (1961–2004) (ebenfalls bei S. Fischer) herausgegebene Ausgabe Werke in acht Bänden übernimmt wesentliche Elemente der kompositorischen und typographischen Gestaltung dieser Bücher. Der Ausgangspunkt des (seit April 2019 laufenden) Dissertationsprojekts „Poetologisch sensibles Edieren?“ ist, dass diese als eine kollaborative und künstlerische Auseinandersetzung mit der Poetologie der Autorin begriffen werden kann. Sie funktioniert semantisch und performativ zugleich und wird weder als inszenierende Typographie (denn der Text kommt nicht direkt zur Darstellung) noch als visuelle Poesie (denn die Typographie steht in einem ko-konstitutiven Verhältnis zum Text) ausreichend charakterisiert. Die verdoppelnde Umschlaggestaltung, der herabgesetzte Satzspiegel und der korrigierte Flattersatz lassen sich vielmehr aus Aichingers poetischen Denken verstehen, das dekonstruktiv, subtextuell und anarchisch ist. Das Projekt (1.) beobachtet am Beispiel der angesprochenen Bücher den hermeneutischen Möglichkeitsraum der Gestaltung (Indiziensammlung, Analyse, Interpretation) und dessen Korrespondenzen mit Aichingers Poetologie; um daran anschließend (2.) praktisch eine poetologisch sensible Edition umzusetzen, die rund hundert, bislang nur verstreut publizierte Texte Aichingers versammeln soll. Die Fragen nach den Bedingungen der Konzeption, den Umständen der Herstellung und den Möglichkeiten der Rezeption, finden eine mögliche Antwort in der praktischen Realisation dieser Edition und werden – anhand der leitenden Frage, wie sich die in der Gestaltung manifestierenden poetologischen Aspekte beim Edieren berücksichtigen lassen – in der Dissertation kritisch reflektiert.

Biografie


 

Seit April 2019 im Rahmen des Graduiertenkollegs 2196 Dokument – Text – Edition (Wuppertal) Arbeit am Dissertationsvorhaben „Poetologisch sensibles Edieren?“ mit einer Edition von bislang nicht versammelt publizierten Texten von Ilse Aichinger mit besonderen Augenmerk auf gestalterische Aspekte (u.a. der Typographie). Grundlage des Editionsvorhabens ist das von 2018 bis 2019 als Fellow des Deutschen Literaturarchivs Marbach (Forschungsverbund Marbach Weimar Wolfenbüttel) erstellte „Digitale Ilse Aichinger Literaturverzeichnis“ (dial). Von 2018 bis 2019 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Digital Humanities der Universität Passau. In den Jahren 2015 bis 2017 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Corpuslinguistik und Texttechnologie (ICLTT) bzw. Academiae Corpora (AC) an der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (Wien). Studium der Philosophie an der Universität Wien mit dem Schwerpunkt auf Poststrukturalismus und Phänomenologie. Während des Studiums der Vergleichenden Literaturwissenschaft Studienassistent von Christine Ivanovic und Mitarbeit am Projekt :aichinger (von 2014 bis 2017), mit dem Ziel der Vernetzung der Raum- und Ortsbezüge in Ilse Aichingers Werk mit den Mitteln des semantic web (in RDF). In Budapest ein Praktikum bei Magyar Lettre Internationale (2013, finanziert vom Österreichischen Auslandsdienst) und Archivrecherchen im Lukács-Archiv für das Projekt Briefwechsel Georg Lukács-online (2014, Universität Wien). Seit 2016 regelmäßige Teilnahmen am Neuberg College in Neuberg an der Mürz (Steiermark), 2014 bis 2017 tätig im Versatorium (Wien) und 2014 bis 2015 Redakteur in der Grünen Bildungswerkstatt (Wien). 2015 Gründung des Ilse-Aichinger-Hauses (in dessen Rahmen: Ausstellungen, Workshops, Interventionen, Hörspielproduktion, Kuratierung einer Filmretrospektive). Neben dem Studium ehrenamtliche Tätigkeiten bei Caritas (Projekt Canisibus und als Dolmetscher Ungarisch/Deutsch) und als Besuchsdienst bei Jugend am Werk (Wien). Nach der Ausbildung zum Fotografen an der Höheren Graphischen Bundes Lehr- und Versuchsanstalt (Wien) Zivilersatzdienst bzw. Auslandszivildienst von 2005 bis 2006 in Pedro Carbo (Ecuador).

Publikationen


 

mündlich (Auswahl)

  • 11.1.2014 „Re-Volten aufs Ganze? Zu(m) möglichen Bedenken der versammelten Be-Dingten“, Transformationen des Politischen (language.univie.ac.at) mit Florian Grosser, Institut für Philosophie (Universität Wien, Österreich).
  • 19.3.2016 „:aichingers topo-graph“, Annual Meeting of the American Comparative Literature Association (ACLA 17.–20.3.2016), Harvard University, USA.
  • 15.4.2016 „W/Orte im Projekt :aichinger. Zwischen λόγοι und γραφαί“, :aichinger - digital human, Österreichische Gesellschaft für Literatur (Wien, Österreich).
  • 27.3.2018 „Das Digitale Ilse Aichinger Literaturverzeichnis (dial): Methoden und Ausblicke“, Serie: Mittwochsseminar, DLA Marbach.
  • 17.1.2020 „Definiert von Zwischenräumen? Zur Frage des Verhältnisses von Text und Schriftbild in den von Aicher gestalteten Büchern Aichingers“, Between Departure and Arrival. Re-Assessing the Work of Ilse Aichinger and Helga Michie (15.–17.1.2020), University of London (Vereinigtes Königreich).

schriftlich (Auswahl)

  • „Das Projekt :aichinger. Zu Ilse Aichingers Topoi zwischen Logoi und Graphai“. In: Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften (2016), DOI: 10.17175/2016_007.
  • Aichinger einlesen, :aichinger auslesen. Zur Kritik digitaler und digitalisierter Literaturwissenschaften am Beispiel des Projekts :aichinger. Universität Wien (MA-Arbeit): Wien 2018.
  • gem. m. Versatorium und Ferenc Szijj: „Reisen. Oder ‚[...] wie dem Ausgangspunkt gerecht zu werden ist‘“, in: Triëdere, Nr. 18 (1/2018), Sonderzahl Verlag: Wien 2018.
  • „dial. Das Digitale Ilse Aichinger Literaturverzeichnis. Methoden, Quellen und eine erste Auswertung des Literaturverzeichnisses“, in: Proceedings dha2018, Salzburg 2019 (im Erscheinen).

 

Das Ilse-Aichinger-Haus: aichingerhaus.at/

Versatorium - Verein für Gedichte und Übersetzen (Wien): versatorium.at/

Neuberg College - Verein für Übersetzung der Gesellschaft: neubergcollege.org/

Digitale Ilse Aichinger Literaturverzeichnis (dial): dial.aichingerhaus.at/ 

zuletzt bearbeitet am: 24.01.2020